Ressourcen, Wandel, Perspektiven

Projekttage für junge Erwachsene ab 16 Jahren

Im August und September 2025 nahmen 18 Berufsschüler:innen der Fachrichtung Gießereitechnik von der Industrieschule Chemnitz an zwei Projekttagen teil. Im Mittelpunkt stand neben der Erkundung des historischen Hüttengeländes das Thema Kreislaufwirtschaft. Die jungen Erwachsenen wurden am Bahnhof begrüßt und zum Aussichtspunkt geführt, der einen Blick auf das historische Hüttengelände ermöglicht. Mithilfe historischer Ansichten sollten sie den Wandel des Geländes beschreiben. Ein kurzer historischer Input half dabei, ihre Eindrücke einzuordnen, und stimmte sie auf den gemeinsamen Projekttag ein.

Kreislaufwirtschaft als historisches Prinzip

Nach einem kurzen Spaziergang zum früheren Huthaus, das auf dem historischen Hüttengelände liegt, folgte eine tiefere thematische Einführung in die Kreislaufwirtschaft. Dabei zeigte sich, dass es den Berufsschüler:innen zunächst schwerfiel, den Begriff und das dahinterliegende Konzept zu verstehen und mit Beispielen aus ihrer beruflichen Praxis im Ausbildungsbetrieb zu verknüpfen.

Im Anschluss an diese Einführung wurden die jungen Erwachsenen über das historische Hüttengelände geführt. Dabei wurden ihnen erste Ansätze der Kreislaufwirtschaft in der Geschichte Muldenhüttens vermittelt, zum Beispiel die Weiterverwendung von Schlacken. Unterstützend kamen historische Fotografien zum Einsatz, die es den Berufsschüler:innen erleichterten, die Vergangenheit zu rekonstruieren.

Gespräche am Zylindergebläse

Anknüpfend an den Rundgang über das Gelände wurde ihnen das Zylindergebläse von den ehemaligen Hüttenmännern Roland Kowar und Steffen Schmieder erläutert und vorgeführt. Besonders zu beruflichen Fragen wie dem Arbeitsalltag entspannten sich interessante Gespräche zwischen einzelnen Berufsschüler:innen und den ehemaligen Hüttenarbeitern. Perspektivisch könnten hierfür noch geeignetere Lernsettings geschaffen werden.

Das Weltspiel: globale Rohstoffketten im Smartphone

Nach einer kurzen Mittagspause wurde der Bogen zwischen der historischen und der gegenwärtigen Kreislaufwirtschaft gespannt. Dabei wurde auf das Modul Smartphone des Weltspiels zurückgegriffen, entwickelt vom Entwicklungspädagogischen Informationszentrum Reutlingen. Dieses Modul wurde mit dem ebenfalls vom Zentrum angebotenen Handykoffer kombiniert und mit Fragen zur Kreislaufwirtschaft adaptiert. Das Weltspiel besteht aus einer Plane, auf der eine Weltkarte gedruckt ist. Die Spielenden werden aufgefordert, Rohstoffe, die in Smartphones verbaut werden, sowie deren Produktionsschritte den entsprechenden Ländern zuzuordnen. Dem wird eine Statistik gegenübergestellt, in welchen Ländern Smartphones hauptsächlich genutzt werden.

Durch dieses Spiel wurden den Teilnehmenden die Rohstoffverteilung und die global vernetzten Produktionsketten verdeutlicht. In der anschließenden Reflexion wurden die mit der Produktion eines Smartphones verbundenen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten herausgearbeitet. Über eine anschließende Positionierungsmethode wurden die jungen Erwachsenen aufgefordert, eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dabei zeigte sich, dass die anfänglich schwer zu leistende Verknüpfung des Themas Kreislaufwirtschaft mit ihrer beruflichen Praxis nun deutlich leichter fiel. So stellte sich einer der Teilnehmer die Frage, wie in seinem Unternehmen mit Abfällen umgegangen wird.

Rückmeldungen

Bei den Rückmeldungen, die mittels vorbereiteter Fragebögen erhoben wurden, erhielt das Weltspiel die positivsten Bewertungen. Dies liegt vermutlich an der handlungsorientierten und interaktiven Methodik, die die Teilnehmenden physisch und kognitiv aktiv einbezog. Basierend auf dieser Erfahrung könnte das Weltspiel zukünftig noch stärker für Muldenhütten sowie regionale Produkte und Themen adaptiert werden.